Das Siegel-Siegel: Sinn und Unsinn von Siegeln bei Lebensmitteln

Siegel Wald

Kleiner Ausschnitt aus der Siegel-Vielfalt

Heutzutage gibt es eine Reihe von Siegeln, die den Verbraucher über die ökologische oder soziale Verträglichkeit von Konsumgütern informieren sollen. Bekannteste Beispiele sind das Bio-Siegel, das Fairtrade-Siegel und das MSC-Siegel für Fischprodukte. Diese Siegel sollen es dem Verbraucher ermöglichen verantwortungsvolle Konsumentscheidungen im Alltag zu treffen, also während des Einkaufes im Supermarkt oder einem Textil Geschäft. Sie sollen aufwendige Recherchen, für die im Alltag keine Zeit ist, überflüssig machen. Siegel ermöglichen eine visuelle Erkennung auf einen Blick. Weiterlesen

Regionale Versorgung und do-it-your-self Kultur: Ausweg aus der Falle des entgrenzten Konsums?

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Ein Blick in den Laden Pro Regional im Leipziger Westen. Hier kriegt man regionale Produkte (Eigenes Foto)

Die Menschen haben früher in kleinen Gemeinschaften gelebt, die sich zum großen Teil selbst versorgten, z.B. mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfes. Ein weiterer Teil der Versorgung wurde durch lokalen und regionalen Handel ergänzt. Überregionaler Handel war auf wenige haltbare Güter (z.B. Gewürze) beschränkt. Diese Gemeinschaften nannte man Haushalt  bzw. Oikos. Mit der Entwicklung von Transporttechnologie, Konservierungstechniken und städtischen versiegelten Ballungszentren wurde der Haushalt zunehmend in ein globales Fremdversorgungssystem eingebettet (Häussermann, H., W. Siebel. 2004, S. 67). Dadurch wurde der Haushalt der Produktion und Konsum vereint zu einem privaten Konsumhaushalt. Nahezu alle Bedürfnisse des Konsumhaushaltes werden durch hochspezialisierte unternehmerische Produzenten erfüllt, die die Konsumhaushalte über internationale Märkte versorgen. Der Konsumhaushalt ist nur noch in dem Sinne produktiv, dass er ein Einkommen erzielt durch das er den Konsum finanzieren kann. Dieser Wandel hat weitreichende Konsequenzen für die Gesellschaft aber auch für die Menschen die in ihr leben. Weiterlesen

Die Renaissance regionaler Märkte: Zukunft oder Holzweg?

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Ein Bauernmarkt in Jamalpur, Ahmedabad. Fotograf: Mananshah1008 (creative commons license)

Unter einem Markt versteht man heutzutage meistens ein Ort des knallharten Wettbewerbs, des Zusammenkommens von Angebot und Nachfrage, der Effizienz-Maximierung und Renditen. Diese Märkte sind z.B. der globale Kapitalmarkt oder der globale Agrar- und Lebensmittelmarkt. Außerdem gibt es natürlich bei jedem um die Ecke einen Supermarkt oder Discounter, die an diese wettbewerbsorientierten, globalen Märkte über die Waren und Kapitalströme gekoppelt sind. Daneben gibt es eine Art von Märkten die als überkommenes Auslaufmodell oder als kurioses Relikt  aus längst vergangenen Zeiten gelten: Märkte auf denen regionale und handwerklich hergestellte Produkte wie Gemüse, Fleisch, Honig und Wein und auch Kunsthandwerk angeboten werden. Tatsächlich aber findet gerade eine Renaissance regionaler Märkte statt. In den USA hat die Zahl sogenannter „farmers‘ markets“ ein rasantes Wachstum hingelegt: Während es im Jahr 1994 lediglich 1755 farmers‘ markets gab, ist die Zahl auf 8268 im Jahr 2014 gestiegen (USDA 2014). Weiterlesen

Bio, vegan, regional, paläo und slow food – Hippe Trends oder gesellschaftlicher Wandel?

Omnivore

Ein wunderbares Buch rund um das Thema Ernährung – gibt es auch in Deutsch z.B. bei fairmondo

Es gibt mittlerweile eine unüberschaubare Zahl von Ernährungsweisen. Zur biologischen und vegetarischen Ernährung sind in letzter Zeit eine Reihe weiterer Ernährungstile populär geworden: vegan, rohköstlich, regional, flexitarisch, slow food und paläo. Während vegan, rohköstlich und regional den meisten bekannt sind, gehören die letzten drei noch eher zu den Exoten. Flexitarier essen zwar alles aber mit Bedacht und reduzieren den Konsum tierischer Nahrungsmittel.   Slow Food ist die Gegenbewegung zum Fast Food und legt besonderen Wert auf eine handwerkliche Lebensmittelzubereitung sowie einen genussvollen Konsum und damit insgesamt eine Entschleunigung unserer Ess- und Kochkultur. Die Paläoernährung erlaubt nur Nahrungsmittel die schon in der Altsteinzeit verfügbar waren u.a. Wildfleisch, Wildfisch, Obst und Gemüse aber keine Milch und Getreideprodukte wie Brot. Auch in Leipzig spiegelt sich diese Entwicklung wider. Mittlerweile gibt es nicht nur Bioläden sondern auch Bio-Supermärkte, Bioverbrauchergemeinschaften (Schwarzwurzel), Bio-Späties (Kiezkontor) und Bio-Gastronomie (Symbiose). Dazu kommen vegane Gastronomie (Vleischerei, Zest, Symbiose), eine Leipziger Slow Food Gruppe. Der Trend zur regionalen Versorgung spiegelt sich unter anderem in den Leipziger Stadtgärten wie z.B. Querbeet oder Annalinde oder dem geplanten Stadtbauernhof aber auch in den Regalen konventioneller Supermärkte wie Rewe. Bisher noch nicht in Leipzig angekommen ist die Paläo-Gastronomie, wie z.B. in Berlin das Sauvage. Bei dieser dynamischen Entwicklung der Ernährungskultur stellt sich einem die Frage: Warum gibt es diese verschiedenen Ernährungstile? Weiterlesen