Apfelsaft-Pressen mit foodsharing Leipzig

img_6126Links seht ihr die Lebensmittelretterinnen von foodsharing Leipzig in Aktion. Es verlangt einiges an Power diese Apfelsaftpresse zu bedienen, aber es hat sich gelohnt.


Nach dem ich mich gestern mit den hochtechnischen Sphären der digitalen Landwirtschaft 4.0 beschäftigt habe, bin ich heute mal wieder in die Untiefen der handwerklichen Lebensmittelverarbeitung abgetaucht. Im Vergleich zu modernen Lebensmittelfabriken könnte man auch von „Lebensmittelverarbeitung 0.7beta“ sprechen. Die Lebensmittelretter von foodsharing Leipzig haben über die letzten Tage kistenweise Äpfel im Leipziger Umland gesammelt und sich vom BUND Leipzig eine Apfelpresse geliehen. Diese wurde dann im Querbeet aufgebaut.

Heute habe ich dann den Lebensmittelretterinnen Anna-Maria und Franziska beim Apfelpressen geholfen, einige Fotos gemacht und den Apfelsaft verkostet.

Zuerst wurden die Äpfel gewaschen, dann die braunen/fauligen Stellen entfernt und die Äpfel halbiert. Die Apfelhälften wurden dann ein eine Art Schredder gefüllt und zerkleinert. Danach wurden die Apfelstückchen gepresst und der wunderbar trübe Apfelsaft lief aus der Presse in eine Schale. Um den Apfelsaft haltbar zu machen, wurde er in einem großen Topf gekocht und schließlich in viele (einige auch sehr kuriose) Flaschen abgefüllt. Durch das Erhitzen werden Hefen, Milchsäurebakterien und Schimmelpilze abgetötet, so dass eine Fermentation verhindert wird. Die ausgepressten Apfelreste sind dann auf dem Kompost gelandet.

Das Auspressen des Apfelsaftes erfordert trotz der Hebelwirkung der Pressmaschine einiges an Kraft und Zeit und es stehen noch einige Apfelkisten im Querbeet, die gepresst werden wollen.

Der heute gepresste Apfelsaft hatte einen sehr leckeren, leicht säurebetonten Geschmack mit einer leicht herben Note, so dass wir etwas nachgesüßt haben. Am Ende der Pressaktion gab es einiges sauber zu machen, das ist fast genau so wie beim Bier-Brauen.

Ich finde eine solche handwerkliche, gemeinsame Arbeit, als Abwechslung zum Vor-Dem-Computer-Hocken oder in Vortragssälen zu sitzen, sehr erfüllend. Gleichzeitig bin ich aber auch froh, dass ich eine solche Arbeit nicht tagein tagaus machen und damit mein Geld verdienen muss. Außerdem ist uns auch aufgefallen, dass die Pressreste (die auf dem Kompost gelandet sind) noch einen erheblichen Teil an Saft enthielten, welcher mit der von uns eingesetzten Presse nicht zu extrahieren war. In modernen hochtechnischen Anlagen wird auch der kleinste Rest an Saft hocheffektiv aus den Früchten gepresst. Industrielle Produktion und handwerkliche Lebensmittelherstellung haben für mich deshalb beide ihren eigenen, ganz speziellen Sinn. In jedem Fall haben wir Äpfel vor dem Verderb gerettet und viel leckeren Apfelsaft. Danke an die Lebensmittelretter für diese Erfahrung!

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