Rückblick auf Sri Lanka: Verrückte Busfahrten, Curries, Meer und Berge

IMG_5096 cutFoto links: In Sri Lanka wird noch recht häufig auf offenem Feuer in Lehmöfen gekocht.


So, jetzt bin ich wieder zurück in „good old Germany“, wie Old Shatterhand in den Romanen Karl Mays es immer zu nennen pflegte. Bevor ich mich aber wieder tief auf meine Heimat einlasse, möchte ich nochmal einen Blick zurück auf meine Erfahrungen in Sri Lanka werfen und einige schöne Eindrücke dieses Landes mit euch teilen, die ich mit dem Fotoapparat versucht habe „einzufangen“.

Vieles habe ich allerdings auch nicht fotografiert, da man sonst immer von der Welt durch den Fotoapparat oder das Smartphone getrennt ist. Eine der Haupt-Urlaubsattraktionen sind natürlich auch die andauernd mit dem Smartphone rumfuchtelnden Touris selbst. Da kann ich mich als Blogger nicht ganz freisprechen, aber alles muss ich dann doch nicht fotografieren.

Eine solche von mir nicht abgelichtete Erfahrung sind die für einen Europäer doch ziemlich verrückten Fahrten mit den Bussen in Sri Lanka. Diese halten teilweise nur Sekundenbruchteile an den Haltestellen und fahren los, sobald man mit einem Bein im Bus ist. Im Bus läuft dann ziemlich laute singalesische Party- oder Schnulzenmucke, an die man sich erst gewöhnen muss (ist mir nicht wirklich gelungen). Die Busse sind außen oft knallbunt angemalt und auch innen mit kleinen buddhistischen Schreinen geschmückt, die durch bunte LEDs beleuchtet werden. Das ist ein krasses Kontrastprogramm zu den deutschen Bussen mit ihrer ziemlich sterilen Athmosphäre.

Sehr farbenfroh sind auch die alten Lastwägen, die alles Mögliche transportieren und die ich in Colombo abgelichtet habe. Falls ich mal einen Lastwagen besitzen sollte, würde ich mir einen solchen aussuchen.

Nicht zu vergessen ist natürlich die Sri Lankische Küche. Im Vergleich zu den vor eingekochter Kokosmilch nur so strotzenden indischen Curries sind die Sri Lankischen Interpretationen etwas weniger kalorienlastig, aber auch sehr aromatisch. Fleisch braucht es nicht unbedingt, für mich reicht hier meist eine Variation von Gemüsecurries (Dhal, Jackfruit, Mango, Kartoffel, Bananenblüte). In Ella, welches im Hochland Sri Lankas liegt, haben wir auch einen Kochkurs besucht, in dem wir sechs verschiedene Curries zubereitet haben. Gekocht wurde auf offenem Feuer in kleinen Lehmöfen. Interessant war, dass das verwendete Currypulver nur ganz wenige Zutaten hatte und für jedes Currygericht mit einigen speziellen Gewürzen ergänzt wurde. Ich glaube, die ellenlangen Zutatenlistetn der Curries, die man in Deutschland kaufen kann, sind völlig unnötig. Nur weil es in unser technisch-globalisierten Welt so einfach ist, extrem komplizierte Lebensmittel zu machen, wird es gemacht. Ob es in der Küche Sinn macht, ist anscheinend ziemlich egal.

In Haputale, unweit von Ella, haben wir ein leckeres Sri Lankisches Frühstück genossen. Es gab Kokosroti (eine Art Pfannkuchen mit Kokosraspeln), String Hopper (ähnlich wie Nudeln aber aus rotem Reis), Zwiebel-Chili-Chutney und natürlich schwarzen Tee. Hier schmeckt man schon beim Frühstück die pralle Würze dieses Landes.

Mein süßer Favorit war ein mit Banane, Nutella, und Keksbröseln gefüllter und mit Vanilleeis kombinierter Roti. Verdammt gut, das muss ich auch mal nachkochen.

Mein letztes Essen auf Sri Lanka war allerdings ein superleckeres Kottu. Das ist eine Art in kleine Stücke geschnittener Pfannkuchen, der mit Gewürzen und Gemüse gemischt wird. Dazu habe ich mir noch einen extrem würzigen Hühnerbratenfond (chicken gravy) bestellt, den ich mit dem Kottu vermischt habe. Nach dieser Mahlzeit hatte ich ein angenehm warmes Chili-Brennen im Mund.

Aber natürlich ist in Sri Lankas Küchen nicht alles super. Manche Köche sind gut, andere passabel, manche schlecht. Wir hatten auch schon mal Curries, die sogar leicht verdorben geschmeckt haben. Sowas ist mir aber auch schon mal in Deutschland passiert.

In Sachen Tee habe ich auch dazu gelernt. Richtig guter schwarzer Tee kam nie in kleinen Papierbeuteln, die minutenlang im Wasser hängen. Für einen leckeren Tee wurde das heiße Wasser nur kurz durch ein mit losem Tee gefüllten Teesäckchen gegossen. Das schmeckt intensiv, aber nicht bitter. Lecker fand ich auch Toddy. Das ist eine Art Federweißer, der aus dem Nektar von Palmblüten der Kitul-Palme gebraut wird. Er hat eine angenehme Restsüße, eine leichte Säure und sprudelt spritzig auf der Zunge.

Ach ja, und das Meer. Das war wirklich sehr schön. Es gibt schöne Sandstrände und ordentlich heftige Wellen, die einen schon mal umhauen können. Dann schlägt man unter Wasser unfreiwillig einige Purzelbäume, dass einem schwindelig wird. Und eine Salznasen-Spülung bekommt man obendrauf. Es macht viel Spaß mit den Wellen zu kämpfen und diese zu durchtauchen oder auf ihnen zu schwimmen. Besonders schön waren das Meer und der Strand in Mirissa. Es ist zwar ziemlich touristisch aber dennoch ziemlich entspannt.

Und die Berge… Ich liebe es bergig und da ist Sri Lanka top: Im Morgengrauen den Ellas Rock erklimmen oder die Weiten der Hochebene „Horton Plains“ genießen. Und es gibt, trotz einer langen Tourismus-Entwicklung immer noch viel schönen Wald auf Sri Lanka. Das wird mir alles fehlen in dem doch recht flachen, teils von Agrarmonokultur umzingelten Leipzig. Trotzdem bin ich auch glücklich, wieder hier zu sein, und Familie und Freunde zu treffen und an neuen Projekten zu arbeiten oder endlich mal wieder eine Runde Gitarre zocken zu können.

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2 Gedanken zu „Rückblick auf Sri Lanka: Verrückte Busfahrten, Curries, Meer und Berge

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