Der do-it-your-self Tempeh-Inkubator

IMG_4501_modFoto oben: Hier seht ihr meinen selbst gebastelten Tempeh-Inkubator. Er hält ziemlich stabil die optimale Temperatur von 31 Grad Celsius für die Fermentation der Sojabohnen zu Tempeh. Das Foto links unten zeigt das fertige Tempeh.


Nach meinen ersten Versuchen mein eigenes Tempeh herzustellen, habe ich den ganzen Prozess jetzt verbessert und meinen eigenen Tempeh-Inkubator gebastelt. Dieser kann nun automatisch die optimale Temperatur von ca. 31 Grad Celsius halten. Diese Temperatur benötigt der Pilz Rhizopus oryzae, um die Sojabohnen in Tempeh zu verwandeln. Vorher hatte ich es in meinem Ofen inkubiert und musste andauernd die Temperatur nachregeln, was sehr nervig war. Jetzt konnte ich den Tempeh-Ansatz einfach 48 Stunden in den Inkubator legen, mich anderen Dingen widmen und es am Ende einfach „abholen“.

Das fertige Tempeh sah sehr gut aus (Foto unten). Es ähnelt äußerlich ein wenig Camembert. Ebenso wie dieser ist es von einem weißen Flaum umgeben. Da habe ich natürlich nicht lange gezögert und mir ein kleines Mittagessen gezaubert. Ich habe das Tempeh in der Pfanne frittiert und dazu gab es ein Blumenkohl-Curry mit Reis (ist in der Fotogalerie unten zu sehen). Das Gericht ist damit komplett vegan und kommt nur mit natürlichen Zutaten aus. Alles was drin ist, ist biologisch gewachsen. Es gibt keine der häufig ziemlich künstlichen veganen Ersatzprodukte (wie Seitan oder anderer Fleischersatz). Dazu muss ich sagen, dass ich kein Veganer bin aber gerne mit veganen Gerichten experimentiere.

Der Geschmack und die Textur vom Tempeh waren wunderbar. Da kommt Tofu niemals ran. Tempeh hat einen schön nussigen Geschmack und durch das Anrösten in der Pfanne einen wunderbar krossen Biss. Hammer! Details über den Fermentationsprozess und die Inhaltsstoffe von Tempeh (z.B. bis zu 20% sehr hochwertigen Proteins) könnt ihr in meinem Artikel Faszination Tempeh nachlesen.

IMG_4490Foto oben: Hier das Tempeh im Querschnitt. Gut kann man das weiße Myzel des Pilzes Rhizopus oryzae erkennen. Der Pilz „verdaut“ durch seine Enzyme die Proteine und Fette der Sojabohne. Dies macht die Sojabohnen bekömmlich und erzeugt den nussigen Geschmack. Man kann noch gut die einzelnen Sojabohnen erkennen.


Der Inkubator ist denkbar einfach gestrickt. Ich habe eine Styropor-Kühlbox genommen, in den Deckel ein Loch gebohrt und eine kleine Sparlampe in die Styroporbox gehängt. Die Lampe ist die Wärmequelle. Ich habe diese an einen Thermostat gehängt, den ich so eingestellt habe, dass er die Lampe anschaltet, wenn die Temperatur unter 31 Grad sinkt und sie ausschaltet, wenn sie über 32 Grad Celsius ansteigt. Vom Thermostat geht ein Temperatursensor in die Styroporbox, um die Temperatur zu messen. Das ganze sieht im Dunklen ziemlich cool aus 😉 . Allerdings werde ich mir wohl noch eine Box aus einem anderen Material beschaffen, da ich dem Plastik-Styropor-Zeug nicht ganz traue. Die definitive Literatur-Referenz in Sachen Tempeh ist übrigens „The Book of Tempeh“ von William Shurtleff und Akiko Aoyagi.

Als nächstes möchte ich mein eigenes Miso herstellen, das man ähnlich wie Sojasauce zum Würzen verwenden kann, z.B. um Tempeh zu marinieren. Genauso wie Tempeh ist es ein fermentiertes Lebensmittel, allerdings entsteht es durch eine doppelte Fermentation mit zwei aufeinander folgenden Fermentationsschritten.

Literatur

Shurtleff, W., & Aoyagi, A. (1979). The book of tempeh. Soyinfo Center.

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2 Gedanken zu „Der do-it-your-self Tempeh-Inkubator

  1. Hallo Johannes,
    das klingt ja wirklich sehr spannend! Ich bin großer Koch- & noch größerer Tempeh-Fan 😉 Von daher reizt mich der Gedanke sehr, diesen Inkubator nachzubauen..
    Wie fandest du dein Ergebnis im Vergleich zu gekauften Tempeh?
    Und welches Material würdest du alternativ zu Styropor für die Box empfehlen?
    Und da ich mich damit nicht auskenne: besteht die Gefahr, dass die Glühbirne bei 31°C in 48h irgendwie..platzt?

    Viele Grüße,
    Jana

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  2. Hey Jana,
    im Vergleich zu gekauftem fand ich es um einiges besser.

    Der Inkubator sollte wärmeisoliert, aus „lebensmittelechtem“ Material und hygienisch sein

    Als Alternativen zur Styroporbox kann man z.B. einen ausrangierten Kühlschrank nehmen: http://www.tempeh.info/maketempeh/incubator.php

    Oder eine Kühlbox (auch Plastik aber besser als Styropor): http://www.makethebesttempeh.org/how_to_make_our_tempeh_incu.html

    Holz habe ich auch mal gesehen aber das ist hygienisch auf Dauer sicher auch nicht besser als Styropor.

    Man kann auch Geräte zweckentfremden z.B. in Dörrgerät, oder andere Geräte, die man auf 31 Grad einstellen kann.

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